100 gefundene Caches – eine Zwischenbilanz

Posted by Stefan Schmalhaus 2 comments

Gestern habe ich meinen hundertsten “Found it”-Eintrag geloggt. Die Hundertermarke gilt in Cacher-Kreisen nicht viel. Ich will die runde Zahl dennoch zum Anlass nehmen, ein paar (Selbst-)Beobachtungen festzuhalten.

Die Langsamen kommen auch ans Ziel

Cache-DoseMeinen ersten Cache habe ich am 23. Januar 2010 gefunden, das Versteck liegt 200 Meter Luftlinie von meinem Arbeitszimmer entfernt. Wer jetzt auf meine Statistik schaut, wird sich vielleicht wundern: Nur 100 Caches in einem halben Jahr? Das schaffen gut trainierte Powercacher locker an zwei Nachmittagen!

Stimmt. Ich bin aber kein Powercacher, für mich waren schon neun Caches in gut zwei Stunden ein persönlicher Rekord. Es gab und gibt immer wieder Phasen, in denen ich arbeitsbedingt höchstens am Wochenende mal für zwei, drei Stunden raus komme. Der anfängliche Ehrgeiz, möglichst schnell möglichst viele “Found it”-Einträge zu sammeln, hat sich somit zwangsläufig gelegt.

Auch die Motivation, Caches zu suchen, nur weil sie da sind, hat sich merklich gewandelt. Natürlich gibt es gelegentlich Nachmittage oder Abende, an denen ich mir eine ganz bestimmte Runde vornehme, um auf der geocaching.com-Karte die Cache-Icons in Smilies umzuwandeln. Es macht mir aber auch nichts aus, dass es hier in Krefeld vor allem noch jede Menge Kirchen-Caches gibt, die ich noch nicht angegangen bin und vielleicht auch nie entdecken werde.

Mehr und mehr ordne ich das Geocaching anderen Freizeitaktivitäten unter. Wenn es um die Ausflugsplanung am Wochenende geht, wähle ich lieber eine landschaftlich und/oder kulturell interessante Location aus, die ich noch nicht kenne, als eine beliebige Fläche mit hoher Cache-Dichte. Erst im zweiten Schritt schaue ich auf geocaching.com nach, ob es im Zielgebiet auch Caches gibt. Wenn ja, werden ein paar mitgenommen, wenn sie sozusagen am Wegrand liegen. Auch das erklärt, warum ich für meine ersten hundert Caches so lange gebraucht habe.

Multi- und Rätsel-Caches

Log-EintragWas dem einen seine T5er, sind dem anderen seine Multis. Für erstere fehlt mir die kletterische Fitness, für letztere die Begeisterung für stupide Rechenaufgaben. Ich weiß, es gibt sehr interessant gemachte Multis, und ich habe mir auch vorgenommen, demnächst ein paar “Qualitätsmultis” zu absolvieren. Die Multis, die ich hier in unmittelbarer Nähe mal angefangen habe, habe ich jedoch schnell wieder aufgegeben, weil die Orte einfach nicht interessant genug waren, um das Ablaufen der Stationen und die Primitivalgebra aus Buchstaben, Zahlen und Koordinaten zu rechtfertigen. Manchmal waren auch die Aufgaben vorort nicht eindeutig zu lösen, was meine Motivation dann schnell gegen Null sinken ließ.

Den Rätsel-Caches kann ich schon sehr viel mehr abgewinnen, weil sie das kreative Denken anregen. Bevor man das Glück des Cache-Findens genießt, hat man vorher schon die intellektuelle Freude am Lösen der Knobelaufgaben – oder auch den Frust über die eigene Unfähigkeit, um die Ecke denken zu können. Wenn man jedoch die Koordinaten erfolgreich ermittelt hat, weiß man in der Regel, dass man den Outdoor-Part wahrscheinlich auch ohne Probleme meistern kann.

Ausblick

Kreativer CacheMüsste ich mich selbst in eine Cacher-Typologie einordnen, würde ich mich als Gelegenheitscacher mit ausgeprägtem Tradi-Hang bezeichnen, was nicht bedeutet, dass mich jede Filmdose an einer Leitplanke gleichermaßen entzückt. Im Gegenteil, am meisten freue ich mich über Caches, die mich auf Grund ihrer cleveren Versteckmethode zum Schmunzeln bringen oder die mich durch ihre geschickte handwerkliche Umsetzung beeindrucken. Noch mehr freue ich mich, wenn diese Caches darüber hinaus noch in einen kulturellen Kontext eingebettet sind, durch den ich etwas Neues lerne. Zumindest aber sollte der Cache in einer reizvollen Umgebung liegen, die über das Cachen hinaus etwas zu bieten hat.

Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, bis ich die nächsten hundert Caches gefunden haben werde. Für mich ist das Cachen keine Rekordjagd. Ich werde in Zukunft sehr viel mehr auf Dienste wie bessercacher.de zurückgreifen und vorhandene Logs studieren, um zu entscheiden, ob sich ein Cache für mich überhaupt lohnt oder nicht.

Published July 12, 2010, filed in Geocaching 2 comments
2 Comments
Jul 12, 2010
20:25
#1 Falko :

Hallo Stefan,
ich sehe es ähnlich wie du..
Wobei ich mir die “Art” egal ist, die Location ist entscheidend. Ich wohne selbst in Berlin, könnte also locker 100 1/1 am Tag machen.
Aber ich entscheide mich bewusst für Lost-Place Caches und HC-Caches. Du bist also nicht allein ;)

Gruß
Falko

Jul 15, 2010
15:51
#2 Manni :

Hallo Stefan ich bin der selben meinung wie du

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