Wild West made in China: Barlow-Messer von Rough Rider
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Bei kaum einer anderen Marke passen Image und Herstellungsland so wenig zusammen wie bei Rough Rider: Von der Namensgebung, die auf ein legendäres Kavallerieregiment des Spanisch-Amerikanischen Krieges zurückgeht, über die traditionellen Bauformen der Messer bis hin zur Logo-Schrift und der Verpackung ist Rough Rider tief im amerikanischen Mythos des Wilden Westens verwurzelt – produziert werden die Messer jedoch in China!
Nun ist Rough Rider nicht die einzige amerikanische Firma, die mit amerikanischem Image wirbt und in Fernost produzieren lässt (an jedem Maxpedition-Produkt findet sich ein Label mit der Aufschrift “American Design – Made in Taiwan”). Doch bei Rough Rider kommt hinzu, dass die Produkte in Konkurrenz zu einer großen amerikanischen Messer-Marke treten. Denn als Hüter der traditionellen Taschenmesserformen von Barlow über Canoe und Congress bis zu Stockman und Trapper gilt ohne jeden Zweifel W. R. Case & Sons Cutlery Co. Seit über hundert Jahren produziert Case Messer in den USA, was natürlich seinen Preis hat. Rough-Rider-Messer kosten nur einen Bruchteil davon.
Die unvermeidliche Frage lautet natürlich: Aber wie steht’s mit der Qualität? Schaut man sich in den einschlägigen internationalen Messerforen um, kommen die Rough-Rider-Messer in der Regel sehr gut weg. Davon wollte ich mich jetzt selbst überzeugen und habe mir ein Barlow-Messer bestellt. Über eBay sind die Messer sogar hier in Deutschland recht preisgünstig zu bekommen (geradezu unverschämt überhöht sind dagegen die Rough-Rider-Preise bei einem bekannten großen deutschen Online-Messerhändler).
Mein Barlow verfügt über zwei rasiermesserscharfe Klingen (Clip und Pen Blades) aus 440er-Stahl. Das Messer kommt ohne Verriegelung aus, starke Rückenfedern halten die Klingen in Position (Slipjoint). Der Griff ist mit Schalen aus eingefärbtem Knochen besetzt, und den oberen Abschluss bilden Backen aus Neusilber. Die Verarbeitungsqualität ist auf sehr hohem Niveau: Es gibt weder Spalten noch überstehende Kanten, alles ist bündig und sauber verarbeitet. Ähnlich wie bei Sanrenmu oder bei Spydercos Byrd-Messern zeigt sich auch bei Rough Rider, dass “Made in China” heutzutage keineswegs mehr automatisch mit minderwertiger Qualität gleichzusetzen ist. (Nur bei den in Fernost hergestellten und in Deutschland teuer verkauften Böker-Plus-Messern scheint dies nicht immer zu funktionieren.) Zu bemängeln habe ich lediglich, dass es beim 90-Grad-Öffnungswinkel der Klingen keinen fühlbaren “Sicherheitsstopp” gibt.
Wer also klassisch-traditionelle Taschenmesser mag, sollte sich die Messer von Rough Rider ruhig einmal anschauen. Angesichts des geringen Anschaffungspreises kann man nichts falsch machen.



























16:37
Hallo Stefan
Schoener Bericht und Fotos, vielen Dank. So ein Barlow-Knife hab ich mich auch gleich aus den USA kommen lassen. Super Preis-Leistungs-Verhaeltnis!
Ein “echtes” Case reizt mich trotzdem immer mehr
Gruesse – knifey