“Geh aber nun und grüße / Die schöne Garonne”: Le Garonnais
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Die Vielfalt regionaler französischer Messer ist mitunter verwirrend. Was sich da in den verschiedenen Landstrichen im Laufe der Zeit an Griff- und Klingenformen herausgebildet und wechselseitig beeinflusst hat, ist ein komplexes Forschungsgebiet für Spezialhistoriker. Aber der genaue Blick lohnt sich: Zwischen den sehr preiswerten Opinels und den mit teuren Materialien veredelten Laguioles gibt es eine Reihe von erschwinglichen Messern, die vielleicht keinen Sammler-, wohl aber einen hohen Nutzwert haben. Eins davon ist das Garonnais aus der Schmiede Au Sabot.
Namensgeber dieses Messers ist die Garonne, jener Fluss im Südwesten Frankreichs, der in den Pyrenäen entspringt und sich hinter Bordeaux mit der Dordogne zur Gironde vereinigt, um in den Atlantik zu münden. Und wie schon beim Alsacien drängt sich eine literarische Assoziation auf: Im Jahr 1802 trat Friedrich Hölderlin eine Hauslehrerstelle in Bordeaux an, die Reise dorthin hatte er zu Fuß bewältigt. Doch schon nach wenigen Monaten kehrte er aus ungeklärten Gründen in einem katastrophalen Zustand, äußerlich wie seelisch, nach Stuttgart zurück. Aus dieser Zeit stammt das vielschichtige Gedicht “Andenken”, das neben den Reflexionen über Freundschaft, Seefahrt und Dichtkunst auch der Landschaft um Bordeaux ein literarisches Denkmal setzt:
Andenken
Der Nordost wehet,
Der liebste unter den Winden
Mir, weil er feurigen Geist
Und gute Fahrt verheißet den Schiffern.
Geh aber nun und grüße
Die schöne Garonne,
Und die Gärten von Bourdeaux
Dort, wo am scharfen Ufer
Hingehet der Steg und in den Strom
Tief fällt der Bach, darüber aber
Hinschauet ein edel Paar
Von Eichen und Silberpappeln;
Noch denket das mir wohl und wie
Die breiten Gipfel neiget
Der Ulmwald, über die Mühl,
Im Hofe aber wächset ein Feigenbaum.
An Feiertagen gehn
Die braunen Frauen daselbst
Auf seidnen Boden,
Zur Märzenzeit,
Wenn gleich ist Nacht und Tag,
Und über langsamen Stegen,
Von goldenen Träumen schwer,
Einwiegende Lüfte ziehen.
Es reiche aber,
Des dunkeln Lichtes voll,
Mir einer den duftenden Becher,
Damit ich ruhen möge; denn süß
Wär unter Schatten der Schlummer.
Nicht ist es gut,
Seellos von sterblichen
Gedanken zu sein. Doch gut
Ist ein Gespräch und zu sagen
Des Herzens Meinung, zu hören viel
Von Tagen der Lieb,
Und Taten, welche geschehen.
Wo aber sind die Freunde? Bellarmin
Mit dem Gefährten? Mancher
Trägt Scheue, an die Quelle zu gehn;
Es beginnet nämlich der Reichtum
Im Meere. Sie,
Wie Maler, bringen zusammen
Das Schöne der Erd und verschmähn
Den geflügelten Krieg nicht, und
Zu wohnen einsam, jahrlang, unter
Dem entlaubten Mast, wo nicht die Nacht durchglänzen
Die Feiertage der Stadt,
Und Saitenspiel und eingeborener Tanz nicht.
Nun aber sind zu Indiern
Die Männer gegangen,
Dort an der luftigen Spitz
An Traubenbergen, wo herab
Die Dordogne kommt,
Und zusammen mit der prächtigen
Garonne meerbreit
Ausgehet der Strom. Es nehmet aber
Und gibt Gedächtnis die See,
Und die Lieb auch heftet fleißig die Augen,
Was bleibet aber, stiften die Dichter.
So rätselhaft wie manche der Hölderlinschen Verse sind auch die historischen Ursprünge des Messers: Nichts Genaues weiß man nicht. Die Ausstattung des Messers ist dagegen kein Geheimnis: Der Klingenstahl ist 12C27, die Griffschalen sind aus Ebenholz, die Gesamtlänge des Messers beträgt 19 cm, die Klingenlänge misst 8,5 cm. Das Garonnais hat keinen Verriegelungsmechanismus, dafür aber eine starke Rückenfeder. Die sich zur Klinge hin verjüngende Form des Griffs sowie die großen Griffbacken erinnern an die typische Griffform eines Barlow-Messers, nur lang gestreckt. Die auffällige Klingenbreite macht dieses Messer ideal für Brotzeiten, weil man mit der Klinge nicht nur Wurst schneiden, sondern auch Butter und Leberwurst schmieren kann. Und das Ganze gibt’s inklusive Versandkosten für deutlich unter 40 Euro!





























