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	<title>Stefan Schmalhaus &#187; Literatur</title>
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		<title>&#8220;Geh aber nun und grüße / Die schöne Garonne&#8221;: Le Garonnais</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 18:17:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Vielfalt regionaler französischer Messer ist mitunter verwirrend. Was sich da in den verschiedenen Landstrichen im Laufe der Zeit an Griff- und Klingenformen herausgebildet und wechselseitig beeinflusst hat, ist ein komplexes Forschungsgebiet für Spezialhistoriker. Aber der genaue Blick lohnt sich: Zwischen den sehr preiswerten Opinels und den mit teuren Materialien veredelten Laguioles gibt es eine Reihe von erschwinglichen Messern, die vielleicht keinen Sammler-, wohl aber einen hohen Nutzwert haben. Eins davon ist das Garonnais aus der Schmiede Au Sabot.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vielfalt <a title="Taschenmesser - Tour de France" href="http://www.carlherlitzius.de/pdf/taschenmesser.pdf" target="_blank">regionaler französischer Messer</a> ist mitunter verwirrend. Was sich da in den verschiedenen Landstrichen im Laufe der Zeit an Griff- und Klingenformen herausgebildet und wechselseitig beeinflusst hat, ist ein komplexes Forschungsgebiet für Spezialhistoriker. Aber der genaue Blick lohnt sich: Zwischen den sehr preiswerten Opinels und den mit teuren Materialien veredelten Laguioles gibt es eine Reihe von erschwinglichen Messern, die vielleicht keinen Sammler-, wohl aber einen hohen Nutzwert haben. Eins davon ist das Garonnais aus der Schmiede <a title="Au Sabot" href="http://www.ausabot.com" target="_blank">Au Sabot</a>.</p>
<p>Namensgeber dieses Messers ist die Garonne, jener Fluss im Südwesten Frankreichs, der in den Pyrenäen entspringt und sich hinter Bordeaux mit der Dordogne zur Gironde vereinigt, um in den Atlantik zu münden. Und wie schon beim <a title="Laguiole en Aubrac Alsacien" href="http://www.schmalhaus.com/2012/01/04/eine-unglueckliche-liebesgeschichte-ein-messer-und-ein-gedicht-laguiole-en-aubrac-alsacien" target="_blank">Alsacien</a> drängt sich eine literarische Assoziation auf: Im Jahr 1802 trat Friedrich Hölderlin eine Hauslehrerstelle in Bordeaux an, die Reise dorthin hatte er zu Fuß bewältigt. Doch schon nach wenigen Monaten kehrte er aus ungeklärten Gründen in einem katastrophalen Zustand, äußerlich wie seelisch, nach Stuttgart zurück. Aus dieser Zeit stammt das vielschichtige Gedicht &#8220;Andenken&#8221;, das neben den Reflexionen über Freundschaft, Seefahrt und Dichtkunst auch der Landschaft um Bordeaux ein literarisches Denkmal setzt:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Andenken</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Der Nordost wehet,<br />
Der liebste unter den Winden<br />
Mir, weil er feurigen Geist<br />
Und gute Fahrt verheißet den Schiffern.<br />
Geh aber nun und grüße<br />
Die schöne Garonne,<br />
Und die Gärten von Bourdeaux<br />
Dort, wo am scharfen Ufer<br />
Hingehet der Steg und in den Strom<br />
Tief fällt der Bach, darüber aber<br />
Hinschauet ein edel Paar<br />
Von Eichen und Silberpappeln;</p>
<p style="padding-left: 30px;">Noch denket das mir wohl und wie<br />
Die breiten Gipfel neiget<br />
Der Ulmwald, über die Mühl,<br />
Im Hofe aber wächset ein Feigenbaum.<br />
An Feiertagen gehn<br />
Die braunen Frauen daselbst<br />
Auf seidnen Boden,<br />
Zur Märzenzeit,<br />
Wenn gleich ist Nacht und Tag,<br />
Und über langsamen Stegen,<br />
Von goldenen Träumen schwer,<br />
Einwiegende Lüfte ziehen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Es reiche aber,<br />
Des dunkeln Lichtes voll,<br />
Mir einer den duftenden Becher,<br />
Damit ich ruhen möge; denn süß<br />
Wär unter Schatten der Schlummer.<br />
Nicht ist es gut,<br />
Seellos von sterblichen<br />
Gedanken zu sein. Doch gut<br />
Ist ein Gespräch und zu sagen<br />
Des Herzens Meinung, zu hören viel<br />
Von Tagen der Lieb,<br />
Und Taten, welche geschehen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wo aber sind die Freunde? Bellarmin<br />
Mit dem Gefährten? Mancher<br />
Trägt Scheue, an die Quelle zu gehn;<br />
Es beginnet nämlich der Reichtum<br />
Im Meere. Sie,<br />
Wie Maler, bringen zusammen<br />
Das Schöne der Erd und verschmähn<br />
Den geflügelten Krieg nicht, und<br />
Zu wohnen einsam, jahrlang, unter<br />
Dem entlaubten Mast, wo nicht die Nacht durchglänzen<br />
Die Feiertage der Stadt,<br />
Und Saitenspiel und eingeborener Tanz nicht.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Nun aber sind zu Indiern<br />
Die Männer gegangen,<br />
Dort an der luftigen Spitz<br />
An Traubenbergen, wo herab<br />
Die Dordogne kommt,<br />
Und zusammen mit der prächtigen<br />
Garonne meerbreit<br />
Ausgehet der Strom. Es nehmet aber<br />
Und gibt Gedächtnis die See,<br />
Und die Lieb auch heftet fleißig die Augen,<br />
Was bleibet aber, stiften die Dichter.</p>
<p>So rätselhaft wie manche der Hölderlinschen Verse sind auch die historischen Ursprünge des Messers: Nichts Genaues weiß man nicht. Die Ausstattung des Messers ist dagegen kein Geheimnis: Der Klingenstahl ist 12C27, die Griffschalen sind aus Ebenholz, die Gesamtlänge des Messers beträgt 19 cm, die Klingenlänge misst 8,5 cm. Das Garonnais hat keinen Verriegelungsmechanismus, dafür aber eine starke Rückenfeder. Die sich zur Klinge hin verjüngende Form des Griffs sowie die großen Griffbacken erinnern an die typische Griffform eines Barlow-Messers, nur lang gestreckt. Die auffällige Klingenbreite macht dieses Messer ideal für Brotzeiten, weil man mit der Klinge nicht nur Wurst schneiden, sondern auch Butter und Leberwurst schmieren kann. Und das Ganze gibt&#8217;s <a title="Le Garonnais" href="http://www.couteauxetcie.com/product/Garonnais" target="_blank">inklusive Versandkosten für deutlich unter 40 Euro</a>!</p>
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		<title>Eine unglückliche Liebesgeschichte, ein Messer und ein Gedicht: Laguiole en Aubrac Alsacien</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 14:18:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der wechselvollen Geschichte zwischen Deutschland und Frankreich hat das Elsass immer eine wichtige Rolle gespielt. Bedeutend wurde die wunderbare Landschaft im Nordosten Frankreichs jedoch auch für die deutsche Literaturgeschichte. Im Jahr 1770 traf der damals noch unbekannte Goethe in Straßburg zum ersten Mal auf Herder, der maßgeblichen Einfluss auf Goethes weitere Entwicklung als Schriftsteller ausüben sollte. Und Goethe lernte in Sesenheim, einem Dorf nordöstlich von Straßburg, die achtzehnjährige Pfarrerstochter Friederike Brion kennen, der er das Herz brach.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der wechselvollen Geschichte zwischen Deutschland und Frankreich hat das Elsass immer eine wichtige Rolle gespielt. Bedeutend wurde die wunderbare Landschaft im Nordosten Frankreichs jedoch auch für die deutsche Literaturgeschichte. Im Jahr 1770 traf der damals noch unbekannte Goethe in Straßburg zum ersten Mal auf Herder, der maßgeblichen Einfluss auf Goethes weitere Entwicklung als Schriftsteller ausüben sollte. Und Goethe lernte in Sesenheim, einem Dorf nordöstlich von Straßburg, die achtzehnjährige Pfarrerstochter Friederike Brion kennen, der er das Herz brach.</p>
<p>Goethes elsässische Liaison bescherte der Nachwelt die &#8220;Sesenheimer Lieder&#8221;, eine Sammlung von Gedichten, die es so vorher in deutscher Sprache noch nicht gegeben hatte. Ein regionales <a title="Alsacien" href="http://www.schmalhaus.com/2010/11/11/ein-weiteres-regionales-messer-aus-frankreich-alsacien" target="_blank">Messer namens &#8220;Alsacien&#8221;</a> wird Goethe damals noch nicht benutzt haben, und der Zusammenhang zwischen Literaturgeschichte und regionaler Messertradition ist zugegebenermaßen weit hergeholt. Das Video versucht dennoch, genau diesen Bogen zu spannen: Es beginnt mit einem Stück biographischer Literaturgeschichte, wendet sich dann der Besprechung des Alsacien zu und endet mit einem Vortrag des Gedichts &#8220;Willkommen und Abschied&#8221;.</p>
<p>Ich weiß, so etwas muss man nicht mögen.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" style="width:600px; height:400px;" data="http://www.youtube.com/v/2fVoOIDERZo&amp;rel=0&amp;color1=0xd6d6d6&amp;color2=0xf0f0f0"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/2fVoOIDERZo&amp;rel=0&amp;color1=0xd6d6d6&amp;color2=0xf0f0f0" /></object></p>
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		<title>Literaturwissenschaft ohne Kleist? Traudl Büngers öffentliches Bekenntnis zur Ignoranz</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 11:34:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich hasse Literatursendungen im Fernsehen. Als ich jedoch am gestrigen Sonntag durch die Kanäle zappte, blieb ich beim "Literaturclub" (3sat) hängen, weil Iris Radisch in ihrer Anmoderation die Besprechung von Kleists "Michael Kohlhaas" ankündigte. Wie zeitgenössische Literaturkritiker über eine der vortrefflichsten Erzählungen deutscher Sprache urteilen, wollte ich mir dann doch anschauen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hasse Literatursendungen im Fernsehen. Als ich jedoch am gestrigen Sonntag durch die Kanäle zappte, blieb ich beim &#8220;Literaturclub&#8221; (3sat) hängen, weil Iris Radisch in ihrer Anmoderation die Besprechung von Kleists &#8220;Michael Kohlhaas&#8221; ankündigte. Wie zeitgenössische Literaturkritiker über eine der vortrefflichsten Erzählungen deutscher Sprache urteilen, wollte ich mir dann doch anschauen.</p>
<p>Das Gespräch über &#8220;Michael Kohlhaas&#8221; erreichte erwartungsgemäß jedoch nur das Niveau gepflegter Oberflächlichkeit und sank auf den Nullpunkt, als Traudl Bünger bekannte, dies sei ihr erster Kleist gewesen und sie habe sich jetzt das Gesamtwerk bestellt. Wie bitte? Dazu muss man wissen, dass Traudl Bünger promovierte Literaturwissenschaftlerin ist und laut ihrem Xing-Profil als Dozentin an den Universitäten Bochum und Bonn lehrt! Und wir reden hier nicht über einen vergessenen Barocklyriker aus der schlesischen Provinz, sondern über Heinrich von Kleist! Wie schockierend einfältig Frau Büngers Eingeständnis ist, wird deutlich, wenn man sich vorstellt, ein promovierter Physiker gäbe zum Besten, dass er erst kürzlich Newtons Gesetze der Mechanik studiert habe. Oder man denke sich einen ausgebildeten Konzertpianisten, der in einem Interview verrät, dass er gerade damit begonnen habe, Bach zu spielen.</p>
<p>Nun hat Traudl Bünger über ein Thema promoviert (&#8220;Narrative Computerspiele: Struktur und Rezeption&#8221;), das nicht unbedingt intime Kenntnisse des klassischen literarhistorischen Kanons voraussetzt. Und ihre Motivation, eine Dissertation zu verfassen, klingt eher nach Selbsttherapie als nach wissenschaftlichem Erkenntnisstreben: &#8220;Ich habe schon als Kind geschrieben, auch wahnsinnig gern Aufsätze. Aber irgendwann habe ich mir das selbst ein bisschen verboten und mir gedacht, du kannst davon nicht leben. Dann habe ich auf Umwegen wieder angefangen. Auch die Dissertation habe ich geschrieben, weil ich gerne schreiben wollte.&#8221; (<a title="Interview mit Traudl Bünger" href="http://www.villastraeuli.ch/PDF/interview_b%FCnger.pdf" target="_blank">Interview in &#8220;Der Landbote&#8221; vom 8. 9. 2009</a>) Frau Bünger, werden Sie Bloggerin! Dann können Sie Ihre Schreibleidenschaft hemmungslos ausleben.</p>
<p>Mir drängen sich drei Fragen auf. Erstens: Wie lückenhaft war der Lehrplan am Institut für Deutsche Sprache und Literatur der Universität Köln, dass Frau Bünger dort in Germanistik promovieren konnte, ohne jemals eine Zeile Kleist gelesen zu haben? Zweitens: Wie kann man als Germanistin, Schriftstellerin und Literaturkritikerin einen der bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Literatur ignorieren? Drittens: Wie stark muss man sein Peinlichkeitsempfinden betäuben, dass man es schafft, ein derartiges intellektuelles Armutszeugnis in einer Literatursendung abzulegen?</p>
<p>Mag sein, dass ich einer nostalgischen Vorstellung von einem Literaturkritiker nachhänge, denn meine Idole dieser Zunft heißen Lessing und Friedrich Schlegel. Ich dachte immer, zu den Aufgaben eines Kritikers gehöre es auch, neue Werke in literaturgeschichtliche, motivische und sprachliche Zusammenhänge einzuordnen. Als ich 1985 Patrick Süskinds gerade erschienenen Roman &#8220;Das Parfum&#8221; las, fiel mir sofort auf, dass der Eingangssatz die syntaktische Struktur des ersten Satzes aus &#8220;Michael Kohlhaas&#8221; variiert. Überhaupt steckt in Süskinds Bestseller viel Kleist. Oder: Was hätte Frau Bünger wohl zu Christa Wolfs Erzählung &#8220;Kein Ort. Nirgends&#8221; zu sagen? Und wie anders liest sich Kafka, wenn man weiß, dass Kafka ein großer Bewunderer Kleists war (übrigens liebte Kafka es, den &#8220;Michael Kohlhaas&#8221; laut vorzulesen). Aber vor allem: Wie tragisch bedeutsam wurde Kleists erzählerisches Generalthema &#8211; der verzweifelte Versuch der Wiederherstellung einer sozialen Ordnung, nachdem diese durch den Einbruch von Gewalt zerstört wurde &#8211; schließlich in der Literatur des 20. Jahrhunderts! Das Wissen um solche Traditionslinien und Motivzusammenhänge gehört zum geistigen Handwerkszeug eines Literaturkritikers.</p>
<p>&#8220;Ignorance is bliss&#8221;, lautet eine bekannte englische Redensart, die sich Frau Bünger wahrscheinlich zum beruflichen Motto erkoren hat. Angesichts der zahlreichen Plagiatsaffären der vergangenen Monate wundert es mich allerdings nicht mehr, wie leicht es offensichtlich geworden ist, an einer deutschen Hochschule einen Doktortitel zu erwerben. Gründliche Unkenntnis des studierten Fachs scheint jedenfalls kein Hindernis zu sein.</p>
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		<title>Die Apotheose des &#8220;American Frontiersman&#8221;: Video zum Case Trapper</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jun 2011 13:09:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zugegeben, dieses Video ist eine wilde Mischung aus Produktbesprechung, historischem Dokumentarfilm, literarischer Analyse und psychedelischem Musikclip. Mal sehen, ob's gefällt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zugegeben, dieses Video ist eine wilde Mischung aus Produktbesprechung, historischem Dokumentarfilm, literarischer Analyse und psychedelischem Musikclip. Mal sehen, ob&#8217;s gefällt.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" style="width:600px; height:400px;" data="http://www.youtube.com/v/JDzgeTFiGBI&amp;rel=0&amp;color1=0xd6d6d6&amp;color2=0xf0f0f0"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/JDzgeTFiGBI&amp;rel=0&amp;color1=0xd6d6d6&amp;color2=0xf0f0f0" /></object></p>
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		<title>Video: Mark Twain und das Barlow-Messer</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jun 2011 10:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Video zum Case Barlow ist eine experimentelle Mischung verschiedener Gattungen: Messer-Besprechung, historische Dokumentation und literarische Analyse verbinden sich hoffentlich zu einem interessanten Ganzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Video zum <a title="Case Barlow" href="http://www.schmalhaus.com/2011/05/18/uramerikanisch-und-doch-von-britischer-abstammung-case-barlow/" target="_blank">Case Barlow</a> ist eine experimentelle Mischung verschiedener Gattungen: Messer-Besprechung, historische Dokumentation und literarische Analyse verbinden sich hoffentlich zu einem interessanten Ganzen.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" style="width:600px; height:400px;" data="http://www.youtube.com/v/U_7gKuiEGAI&amp;rel=0&amp;color1=0xd6d6d6&amp;color2=0xf0f0f0"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/U_7gKuiEGAI&amp;rel=0&amp;color1=0xd6d6d6&amp;color2=0xf0f0f0" /></object></p>
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		<title>Das Elend mit den deutschen Übersetzungen von Baudelaires &#8220;Les Fleurs du Mal&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Mar 2011 11:05:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<description><![CDATA[Viele bedeutende Werke, die kulturgeschichtliche Meilensteine setzten, wurden bei ihrem ersten Erscheinen verkannt und skandalisiert. Man denke nur an den Eklat, den die Uraufführung von Strawinskis "Le Sacre du Printemps" im Jahr 1913 in Paris auslöste. Mit einem ähnlichen Paukenschlag kündigte sich mehr als fünfzig Jahre vorher der wohl einflussreichste Lyrik-Band der europäischen Literaturgeschichte an: Als 1857 der Gedichtband "Les Fleurs du Mal" zum esten Mal erschien, landeten Autor und Verleger vor dem Richter. Baudelaire wurde wegen Verletzung der öffentlichen Moral verurteilt, sechs Gedichte mussten wegen ihres anstößigen Inhalts aus der Sammlung entfernt werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_9572-2.jpg" rel="lightbox[3958]"><img class="alignright size-medium wp-image-3963" style="margin-left: 15px; margin-bottom: 15px;" title="Charles Baudelaire" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_9572-2-300x199.jpg" alt="Charles Baudelaire" width="300" height="199" /></a>Viele bedeutende Werke, die kulturgeschichtliche Meilensteine setzten, wurden bei ihrem ersten Erscheinen verkannt und skandalisiert. Man denke nur an den Eklat, den die Uraufführung von Strawinskis &#8220;Le Sacre du Printemps&#8221; im Jahr 1913 in Paris auslöste. Mit einem ähnlichen Paukenschlag kündigte sich mehr als fünfzig Jahre vorher der wohl einflussreichste Lyrik-Band der europäischen Literaturgeschichte an: Als 1857 der Gedichtband &#8220;Les Fleurs du Mal&#8221; zum esten Mal erschien, landeten Autor und Verleger vor dem Richter. Baudelaire wurde wegen Verletzung der öffentlichen Moral verurteilt, sechs Gedichte mussten wegen ihres anstößigen Inhalts aus der Sammlung entfernt werden.</p>
<p>Für uns Heutige sind diese aufgeregten Reaktionen kaum mehr nachvollziehbar. Abgrundtiefe psychische Abnormität, pathologische Sexualität und die schillernde Lust am Hässlichen und Morbiden begegnen uns in den täglichen Nachrichten, dafür braucht es keinen Gedichtband mehr. Wer sich heute der lyrischen Kraft Baudelaires aussetzen möchte, sollte auf eine kommentierte Ausgabe zurückgreifen; und wer (wie ich) des Französischen nicht ganz so mächtig ist, sollte eine Prosaübersetzung zur Hand nehmen. Doch da beginnt das Problem.</p>
<p>Natürlich gehören Lyrik-Übersetzungen zum Schwierigsten überhaupt, und meistens scheitern Übersetzungen, die Metrum, Reim und mitunter sogar die Musikalität in der fremden Sprache erhalten wollen. Die daraus entstehende unfreiwillige Komik ist geradezu zwangsläufig, schlimmer aber sind die sprachlichen Ungenauigkeiten, die die vom Reim erzwungene Wortwahl mit sich bringt. Es sind seltene Zufälle, wenn &#8211; das Beispiel aus der Dramenliteratur sei erlaubt &#8211; wie im Fall der Schlegel-Tieck-Übersetzung Shakespeares der übersetzte Text auf Grund seiner schöpferischen Qualität eine eigene Klassizität entwickelt. Zwar gibt es von Baudelaires &#8220;Les Fleurs du Mal&#8221; auch kongeniale Nachdichtungen von Stefan George und Walter Benjamin, doch zum einen sind es nur Teilübersetzungen, und zum anderen sind sie mehr dichterische Eigenschöpfung als verständnisvermittelnde Übertragung ins Deutsche.</p>
<p>Von den vielen Baudelaire-Übersetzungen sind auf dem Buchmarkt heute im wesentlichen noch vier zugänglich: die Metrum und Reim bewahrenden bzw. nachbildenden Übertragungen von Terese Robinson (1925), Carlo Schmid (1947)  und Monika Fahrenbach-Wachendorff (1980) sowie die Prosaübertragung von Friedhelm Kemp (erstmals 1962 erschienen). Bei Fahrenbach-Wachendorff und Kemp handelt es sich im übrigen um zweisprachige Ausgaben mit ausführlichem Kommentarteil.</p>
<p>In der 2005 erschienenen Aufsatzsammlung &#8220;Baudelaire und Deutschland &#8211; Deutschland und Baudelaire&#8221; hat Friedhelm Kemp die Grundlinien seiner Prosaübersetzung erläutert und zugleich die Unzulänglichkeiten der nachdichtenden Übersetzungen aufgezeigt. Er kommt sogar zu dem Schluss, dass die Zeit der formalen Nachdichtungen großer fremdsprachiger Gedichtsammlungen grundsätzlich vorbei sei &#8211; ein deutlicher Seitenhieb auf die noch 1980 unternommene Anstrengung von Monika Fahrenbach-Wachendorff. Und in der Tat sind Leselust und Erkenntnisgewinn bei der Kempschen Prosaübertragung aus den sechziger Jahren größer als bei der gequälten, steifen und altmodischen Fahrenbach-Wachendorffschen Übersetzung.</p>
<p>Als Beispiel sei hier die bekannte Schlussstrophe des Zueignungsgedichtes gewählt:</p>
<p style="padding-left: 30px;">C&#8217;est l&#8217;Ennui! &#8211; l&#8217;œil chargé d&#8217;un pleur involontaire,<br />
Il rêve d&#8217;échaufauds en fumant son houka.<br />
Tu le connais, lecteur, ce monstre délicat,<br />
- Hypocrite lecteur, &#8211; mon semblable, &#8211; mon frère!</p>
<p>Bei Carlo Schmid liest sich das so:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Verdrossenheit! &#8211; Im Aug erzwungenes Weinen<br />
Träumt es vom Block und saugt am Pfeifenrohr.<br />
Du kennst es, Leser, mache Dir nichts vor,<br />
Du Heuchler, o mein Bruder vor den Peinen!</p>
<p>&#8220;Ennui&#8221; mit dem Abstraktum &#8220;Verdrossenheit&#8221; zu übersetzen, ist so fragwürdig wie eigenwillig (&#8220;Verdruss&#8221; hätte es vielleicht noch eher getroffen). Dass der &#8220;Block&#8221; eigentlich ein Richtblock ist, erschließt sich nicht unmittelbar. Das &#8220;Pfeifenrohr&#8221; klingt sehr gesucht, die Wendung &#8220;monstre delicat&#8221; des Originals lässt Schmid komplett weg, und das gestelzte &#8220;o mein Bruder vor den Peinen&#8221; ist einfach nur peinlich.</p>
<p>Fahrenbach-Wachendorff übersetzt diese Strophe so:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Die Langeweile ist&#8217;s! &#8211; Das Auge tränenreich<br />
Raucht sie die Wasserpfeife, träumt vom Blutgericht.<br />
Kennst du das heikle Ungeheuer nicht,<br />
- Scheinheiliger Leser, &#8211; Bruder, der mir gleich!</p>
<p>Diese Übersetzung ist zwar näher am Original, doch der Ton klingt mehr nach deutschem 18. Jahrhundert als nach einer zeitgemäßen Übertragung aus dem Französischen. Nein, da bleibe ich lieber bei der nüchternen und wortgenauen Prosa von Kemp:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Die Langeweile ists! &#8211; Das Auge schwer von willenloser Träne, träumt sie von Blutgerüsten, ihre Wasserpfeife schmauchend; du kennst es, Leser, dieses zarte Scheusal, &#8211; scheinheiliger Leser, &#8211; Meinesgleichen, &#8211; mein Bruder!</p>
<p>Auch Kemps Übertragung ist nicht frei von Entgleisungen, doch sind sie äußerst selten. Manche Wortwahl mutet etwas merkwürdig an, aber das liegt wohl daran, dass diese Übersetzung nun auch schon fast fünfzig Jahre auf dem Buckel hat. Ich stimme Kemp zu, dass es heute für einen Lyrik-Übersetzer nicht mehr zeitgemäß ist, sich an einer Nachdichtung der &#8220;Fleurs du Mal&#8221; oder anderer großer Gedichtzyklen zu versuchen; doch es wäre an der Zeit, dass ein Verlag das Wagnis unternimmt, eine moderne Prosaübertragung in Auftrag zu geben.</p>
<p>Ich bin froh, dass <a title="Les Fleurs du Mal" href="http://www.audible.de/adde/store/product.jsp?BV_UseBVCookie=Yes&amp;productID=BK_XPAR_000017DE" target="_blank">das von Christian Brückner eingesprochene Hörbuch der &#8220;Fleurs du Mal&#8221;</a> ungekürzt auf die Kempsche Übersetzung zurückgreift. Und aus Brückners Munde klingt der deutsche Baudelaire dann fast wieder wie ein Original.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Eine schöne Schriftsteller-Anekdote: Fontane und Storm im Café Kranzler</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Jan 2011 14:34:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fontane]]></category>
		<category><![CDATA[Kranzler]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>
		<category><![CDATA[Storm]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlins sogenannte Kranzler-Ecke lag bis 1934 noch an der Straßenkreuzung Unter den Linden, Friedrichstraße und war ein oft verwendetes Ansichtskartenmotiv. An dieser Straßenecke hatte der Wiener Johann Georg Kranzler 1834 im Erd- und im ersten Obergeschoss ein Café eröffnet, das sich bei Schriftstellern großer Beliebtheit erfreute. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Berlins sogenannte Kranzler-Ecke lag bis 1934 noch an der Straßenkreuzung Unter den Linden, Friedrichstraße und war ein oft verwendetes Ansichtskartenmotiv. An dieser Straßenecke hatte der Wiener Johann Georg Kranzler 1834 im Erd- und im ersten Obergeschoss ein Café eröffnet, das sich bei Schriftstellern großer Beliebtheit erfreute.</p>
<p>In seiner autobiografischen Schrift &#8220;Von Zwanzig bis Dreißig&#8221; (1898) berichtet Theodor Fontane von einem Spaziergang durch den Tiergarten mit seinem Schriftstellerkollegen Theodor Storm im Jahr 1862. In ein Gespräch über Rückert, Uhland, Lenau und Mörike vertieft, traten die beiden Literaten den Rückweg an:</p>
<p>&#8220;Es mochte zwölf Uhr sein, als wir durchs Brandenburger Tor zurückkamen und beide das Verlangen nach einem Frühstück verspürten. Ich schlug ihm meine Wohnung vor, die nicht allzuweit ablag; er entschied sich aber für Kranzler. Ich bekenne, daß ich ein wenig erschrak. Storm war wie geschaffen für einen Tiergartenspaziergang an dichtbelaubten Stellen, aber für Kranzler war er nicht geschaffen. Ich seh&#8217; ihn noch deutlich vor mir. Er trug leinene Beinkleider und leinene Weste von jenem sonderbaren Stoff, der wie gelbe Seide glänzt und sehr leicht furchtbare Falten schlägt, darüber ein grünes Röckchen, Reisehut und einen Shawl. [...] Storm trug ihn rund um den Hals herum, trotzdem hing er noch in zwei Strippen vorn herunter, in einer kurzen und einer ganz langen. An jeder befand sich eine Puschel, die hin und her pendelte. So marschierten wir die Linden herunter, bis an die berühmte Ecke. Vorne saßen gerade Gardekürassiere, die uns anlächelten, weil wir ihnen ein nicht gewöhnliches Straßenbild gewährten. Ich sah es und kam unter dem Eindruck davon noch einmal auf meinen Vorschlag zurück. &#8216;Könnten wir nicht lieber zu Schilling gehen; da sind wir allein, ganz stille Zimmer.&#8217; Aber mit der Ruhe des guten Gewissens bestand er auf Kranzler. En avant denn, wobei ich immer noch hoffte, durch gute Direktiven einiges ausrichten zu können. Aber Storm machte jede kleinste Hoffnung zu Schanden. Er trat zu der brunhildenhaften Comptoirdame, die selber bei der Garde gedient haben konnte, sofort in ein lyrisches Verhältnis und erkundigte sich nach den Einzelheiten des Büffets, alle reichlich gestellten Fragen bis ins Detail erschöpfend. Die Dame bewahrte gute Haltung. Aber Storm auch. Er pflanzte sich, dem Verkaufstisch gegenüber, an einem der Vorderfenster auf, in das zwei Stühle tief eingerückt waren. &#8216;Hier wird er Platz nehmen&#8217;, an diesen Anker hielt ich mich. Aber nein, er wies auch hier wieder das sich ihm darbietende Refugium ab, und den schmalen Weg, der zwischen Fenster und Büffet lief, absperrend, nahm er unser Gespräch über Mörike wieder auf, und je lebhafter es wurde, je mächtiger pendelte der Shawl mit den zwei Puscheln hin und her. Ich war froh, als wir nach einer halben Stunde wieder heil heraus waren.&#8221; (Theodor Fontane: Von Zwanzig bis Dreißig, in: ders.: Werke, Schriften und Briefe, hg. v. Walter Keitel, Bd. III/4, München 1973, S. 374f.)</p>

<a href='http://www.schmalhaus.com/2011/01/13/eine-schoene-schriftsteller-anekdote-fontane-und-storm-im-cafe-kranzler/img_0166-2/' title='Kranzler-Ecke (Unter den Linden / Friedrichstraße)'><img width="150" height="150" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_0166-2-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Kranzler-Ecke (Unter den Linden / Friedrichstraße)" title="Kranzler-Ecke (Unter den Linden / Friedrichstraße)" /></a>
<a href='http://www.schmalhaus.com/2011/01/13/eine-schoene-schriftsteller-anekdote-fontane-und-storm-im-cafe-kranzler/img_0165-1/' title='Kranzler-Ecke (Unter den Linden / Friedrichstraße)'><img width="150" height="150" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_0165-1-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Kranzler-Ecke (Unter den Linden / Friedrichstraße)" title="Kranzler-Ecke (Unter den Linden / Friedrichstraße)" /></a>

]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Die Goldenen Zwanziger, das Grand Hotel &#8220;Excelsior&#8221; und zwei Taschenmesser</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 19:45:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Berliner Grand Hotel "Excelsior" zählte zu den legendären Luxushotels der Goldenen Zwanziger. Zwar war es nicht so vornehm wie das "Adlon", dafür war es das größte und modernste Hotel nicht nur Berlins, sondern des Kontinents. Bereits 1905 bis 1907 erbaut und 1908 eröffnet, erlebte das "Excelsior" seine eigentliche Blütezeit aber erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Berliner Grand Hotel &#8220;Excelsior&#8221; zählte zu den legendären Luxushotels der Goldenen Zwanziger. Zwar war es nicht so vornehm wie das &#8220;Adlon&#8221;, dafür war es das größte und modernste Hotel nicht nur Berlins, sondern des Kontinents. Bereits 1905 bis 1907 erbaut und 1908 eröffnet, erlebte das &#8220;Excelsior&#8221; seine eigentliche Blütezeit aber erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.</p>
<p>1919 hatte der Selfmade-Mann Curt Elschner das Hotel erworben und baute es in den Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg kontinuierlich aus. Auf seinem Höhepunkt verfügte das &#8220;Excelsior&#8221; über 600 Zimmer mit 750 Betten und 250 Bädern. In den neun verschiedenen Restaurants sowie in den Weinstuben und Bierkellern hatten insgesamt 5.500 Leute Platz. Das Hotel selbst war zu einer Sehenswürdigkeit Berlins geworden &#8211; jedenfalls wurde der Werbestratege Elschner nicht müde, dies immer wieder zu verlautbaren. Eine weitere Attraktion war der 80 Meter lange Tunnel, den Elschner für mehr als eine Million Reichsmark als direkte Verbindung vom Hotel in die Halle des auf der anderen Straßenseite gelegenen Anhalter Bahnhofs bauen ließ.</p>
<p>Als Hitler Ende der 20er Jahre seine Machtbasis in Berlin festigen wollte und nach einer Unterkunft für sich und die NSDAP-Führung suchte, fiel seine Wahl auf das &#8220;Excelsior&#8221;. Elschner jedoch weigerte sich, die Nazi-Obereren zu beherbergen, so dass Hitler mit dem &#8220;Kaiserhof&#8221; Vorlieb nehmen musste. Die Gründe für Elschners ablehnende Haltung sind heute nicht mehr genau zu eruieren. Hitler reagierte mit einer Art Bannspruch, indem er NSDAP-Funktionären verbot, künftig im &#8220;Excelsior&#8221; zu nächtigen oder zu speisen. Wäre die Geschichte hier zu Ende, gälte Elschner heute wahrscheinlich als Held. Leider glaubte der Hotelbesitzer später, er müsse diese Scharte wieder auswetzen, und schrieb ekelhafte Bittbriefe an behördliche Stellen und an Hitler persönlich, um die Ächtung seines Hotels aufzuheben. Ohne Erfolg.</p>
<p>Diesen spannenden geschichtlichen Hintergründen versuche ich anhand einiger &#8220;Excelsior&#8221;-Sammlerstücke (Werbegeschenk-Taschenmesser, antiquarische Postkarten, Hotel-Broschüre, Kofferaufkleber) nachzugehen. Das Ergebnis ist ein dokumentarähnliches Video, das mit einer Zeitreise in die Zwanziger beginnt und am Ende bei Vicki Baums Roman &#8220;Menschen im Hotel&#8221; und dem Hollywood-Klassiker &#8220;Grand Hotel&#8221; mit Greta Garbo landet. Viel Spaß!</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" style="width:600px; height:400px;" data="http://www.youtube.com/v/XAtwg7otNGk&amp;rel=0&amp;color1=0xd6d6d6&amp;color2=0xf0f0f0"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/XAtwg7otNGk&amp;rel=0&amp;color1=0xd6d6d6&amp;color2=0xf0f0f0" /></object></p>

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		<title>Christian Brückner liest Heinrich Heines &#8220;Deutschland. Ein Wintermärchen&#8221;</title>
		<link>http://www.schmalhaus.com/2011/01/02/christian-brueckner-liest-heinrich-heines-deutschland-ein-wintermaerchen/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Jan 2011 11:21:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Heine]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Rhein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein jeder kennt den Titel "Deutschland. Ein Wintermärchen". Und manch einer hat es vielleicht noch als Schullektüre - je nach Qualität des Deutschlehrers - in guter oder schlechter Erinnerung. Der Titel dieses satirischen Versepos spielt auf die erstarrte politische Landschaft der Restaurationszeit an, deren Zensur Heine in die Emigration zwang. Zensurverbot, Beschlagnahmung und Haftbefehl zog auch das "Wintermärchen" nach der Erstveröffentlichung in Deutschland nach sich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_6787-1.jpg" rel="lightbox[3319]"><img class="alignleft size-medium wp-image-3322" style="margin-bottom: 15px; margin-right: 15px;" title="Heinrich Heine, &quot;Deutschland. Ein Wintermärchen&quot;" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_6787-1-300x199.jpg" alt="Heinrich Heine, &quot;Deutschland. Ein Wintermärchen&quot;" width="300" height="199" /></a>Ein jeder kennt den Titel &#8220;Deutschland. Ein Wintermärchen&#8221;. Und manch einer hat es vielleicht noch als Schullektüre &#8211; je nach Qualität des Deutschlehrers &#8211; in guter oder schlechter Erinnerung. Der Titel dieses satirischen Versepos spielt auf die erstarrte politische Landschaft der Restaurationszeit an, deren Zensur Heine in die Emigration zwang. Zensurverbot, Beschlagnahmung und Haftbefehl zog auch das &#8220;Wintermärchen&#8221; nach der Erstveröffentlichung in Deutschland nach sich.</p>
<p>Heinrich Heine lebte seit 1831 in Paris, im Oktober 1843 unternahm er eine Reise nach Deutschland, die ihn von Paris über Brüssel, Amsterdam, Bremen nach Hamburg führte. Über Hannover, Minden, Köln und Aachen kehrte er am 16. Dezember 1843 nach Paris zurück.</p>
<p>Die 27 Gesänge, die in Strophen zu je vier Versen aufgeteilt sind, enthalten scharf beobachtete Reiseimpressionen, Geschichtsreflexionen, beißenden Spott über Deutschlands politische Rückständigkeit, Totengespräche und Traumvisionen einer besseren Zukunft, lyrische Liebeserklärungen an das Vaterland ebenso wie das Leiden an Deutschland.</p>
<p>Gleich nach dem Grenzübertritt trifft Heine auf preußisches Militär:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Noch immer das hölzern pedantische Volk,<br />
Noch immer ein rechter Winkel<br />
In jeder Bewegung, und im Gesicht<br />
Der eingefrorene Dünkel.</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Sie stelzen noch immer so steif herum,<br />
So kerzengerade und gestriegelt,<br />
Als hätten sie verschluckt den Stock,<br />
Womit man sie einst geprügelt.</em></p>
<p>Die Örtlichkeit einer jeden Reisestation nimmt Heine zum Anlass, die politische Situation in Deutschland zu reflektieren. So sieht er in dem unter Friedrich Wilhelm IV. begonnenen Weiterbau des Kölner Doms eine rückschrittliche Vergangenheitsverklärung. Mit dem Vater Rhein unterhält sich der Erzähler über die um sich greifende Deutschtümelei, im Kyffhäuser klärt er Friedrich Barbarossa über die jüngste Geschichte auf und erklärt ihm die Funktionsweise der Guillotine. Zum Schluss spricht Heine den preußischen König direkt an und droht ihm mit der ewigen Verdammnis durch die Poeten:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Kennst Du die Hölle des Dante nicht,<br />
Die schrecklichen Terzetten?<br />
Wen da der Dichter hineingesperrt,<br />
Den kann kein Gott mehr retten -</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Kein Gott, kein Heiland erlöst ihn je<br />
Aus diesen singenden Flammen!<br />
Nimm dich in Acht, dass wir dich nicht<br />
Zu solcher Hölle verdammen.</em></p>
<p>Deutschseligen Reaktionären bis hin zu den Nationalsozialisten galt Heines &#8220;Wintermärchen&#8221; immer als das Werk eines Nestbeschmutzers. Dass Heines Leiden an Deutschland einer tiefen Vaterlandsliebe entspringt, wurde geflissentlich übersehen. Die politische Weitsicht, der Reichtum an lyrischen Ausdrucksformen und die geschliffene Sprache machen das &#8220;Wintermärchen&#8221; zu einem der wichtigsten Werke der deutschsprachigen Exilliteratur.</p>
<p>Auch wenn sich viele historische Anspielungen heute nur noch mit Hilfe einer kommentierten Ausgabe erschließen, entgeht dem stillen Leser die wunderbare Musikalität von Heines Sprache. Es gibt diverse &#8220;Wintermärchen&#8221;-Hörbücher, jedem Interessierten sei empfohlen, sich die Hörproben auf <a title="audible.de" href="http://www.audible.de" target="_blank">audible.de</a> anzuhören. Meine Wahl fiel auf Christian Brückner, Deutschlands bekanntesten Synchronsprecher, dessen Vortrag von Hölderlin-Gedichten <a title="Christian Brückner liest Gedichte von Friedrich Hölderlin" href="http://www.schmalhaus.com/2010/11/03/christian-brueckner-liest-gedichte-von-friedrich-hoelderlin/" target="_blank">ich hier bereits besprochen habe</a>. Brückners sanft-brüchige Stimme passt gut zu der melancholischen Grundierung von Heines Versen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Christian Brückner liest Gedichte von Friedrich Hölderlin</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 13:29:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hölderlin]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Synchronsprecher und Schauspieler Christian Brückner leiht vielen Hollywood-Schauspielern seine charakteristische Stimme, allen voran Robert de Niro, den er seit den 1970er Jahren in über sechzig Filmen synchronisierte. Auch als Off-Stimme vieler Dokumentarfilme ist er vielen Fernsehzuschauern im Ohr. Glücklicherweise hat Christian Brückner darüber hinaus noch Zeit gefunden, mehrere Hörbücher einzusprechen, die es häufig auf die Hörbuchbestenliste geschafft haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11847-1.jpg" rel="lightbox[3053]"><img class="alignleft size-medium wp-image-3054" style="margin-right: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Friedrich Hölderlin" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11847-1-300x295.jpg" alt="Friedrich Hölderlin" width="300" height="295" /></a>Der Synchronsprecher und Schauspieler Christian Brückner leiht vielen Hollywood-Schauspielern seine charakteristische Stimme, allen voran Robert de Niro, den er seit den 1970er Jahren in über sechzig Filmen synchronisierte. Auch als Off-Stimme vieler Dokumentarfilme ist er vielen Fernsehzuschauern im Ohr. Glücklicherweise hat Christian Brückner darüber hinaus noch Zeit gefunden, mehrere Hörbücher einzusprechen, die es häufig auf die Hörbuchbestenliste geschafft haben.</p>
<p>Die Lesung von Hölderlin-Gedichten ist bereits vor vielen Jahren in der Reihe &#8220;poetry + jazz&#8221; des von Brückner gegründeten Parlando Verlags erschienen, die Literatur mit musikalischen Klängen verbinden will. Im Falle von Hölderlin steuert Brückners Sohn, der Gitarrist Kai Brückner, den musikalischen Part bei. Sooft ich mir die CD angehört habe, habe ich die musikalischen Nummern übersprungen; ich empfinde sie als störend. Auf meinem iPod habe ich diese Tracks sogar gelöscht.</p>
<p>Die von Brückner selbst getroffene Auswahl der Gedichte ist &#8220;absolut subjektiv&#8221;, wie er im Begleitheft zur CD schreibt. Die Anordnung der Gedichte folgt nicht der Chronologie, sondern &#8220;nach offensichtlichen oder mir immanent scheinenden Themen&#8221;. Mir erschließt sich diese thematische Verbindung nicht immer, einmal abgesehen von der Plattheit, dass auf &#8220;Des Morgens&#8221; die &#8220;Abendphantasie&#8221; folgt und darauf &#8220;Die Nacht&#8221;. Anstelle der Musikeinlagen hätte ich mir einige Gedichte mehr gewünscht, da wichtige Werke wie &#8220;Patmos&#8221;, &#8220;Friedensfeier&#8221; oder auch &#8220;Brot und Wein&#8221; fehlen.</p>
<p>Auch wenn es am Konzept der Lesung einiges zu bemängeln gibt, ist Brückners Vortrag vom Allerfeinsten. Seine immer etwas brüchig und nie aufdringlich klingende Stimme schmiegt sich Hölderlins Versen an, ohne ins Rezitatorische zu geraten. Im Gegenteil, Brückners Hölderlin kommt ganz ohne Pathos daher. Hölderlins Dichtung gilt als besonders schwierig, und sie ist es auch. Die häufig in unverbundener Parataxe aneinandergereihten Gedanken, die kühnen Metaphern und die scheinbar außerhalb des lyrischen Flusses stehenden Gnomen verbinden sich in Brückners Vortrag wie selbstverständlich zu einem sprachlichen Kunstwerk, das hörenswert ist.</p>
<p>Neben der CD-Version gibt es bei audible.de eine <a title="Friedrich Hölderlin, Gedichte" href="http://www.audible.de/adde/store/product.jsp?BV_UseBVCookie=Yes&amp;productID=BK_XPAR_000006DE" target="_blank">Download-Version</a>.</p>
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		<title>Kurt Tucholskys Erzählung &#8220;Rheinsberg &#8211; ein Bilderbuch für Verliebte&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 13:14:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schloss Rheinsberg ist ein geschichtlicher und literarischer Ort zugleich. Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, kaufte es 1734 und schenkte es seinem ältesten Sohn, dem späteren Friedrich II., der nach eigener Aussage die glücklichsten Jahre seines Lebens in Rheinsberg verbrachte. Wenige Jahre nach der Thronbesteigung überließ Friedrich II. das Anwesen seinem jüngeren Bruder Heinrich, der Rheinsberg in einen Musenhof verwandelte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_0118-1.jpg" rel="lightbox[3032]"><img class="alignleft size-medium wp-image-3034" style="margin-right: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Schloss Rheinsberg" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_0118-1-300x199.jpg" alt="Schloss Rheinsberg" width="300" height="199" /></a><a title="Schloss Rheinsberg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Rheinsberg" target="_blank">Schloss Rheinsberg</a> ist ein geschichtlicher und literarischer Ort zugleich. Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, kaufte es 1734 und schenkte es seinem ältesten Sohn, dem späteren Friedrich II., der nach eigener Aussage die glücklichsten Jahre seines Lebens in Rheinsberg verbrachte. Wenige Jahre nach der Thronbesteigung überließ Friedrich II. das Anwesen seinem jüngeren Bruder Heinrich, der Rheinsberg in einen Musenhof verwandelte.</p>
<p>Wie kein anderer Ort verkörpert Rheinsberg das &#8220;andere&#8221; Preußen, das Preußen der Kunst und der Philosophie im Gegensatz zum Preußen des militärischen Drills und der Disziplin. Als liebevoll beschriebene Station in Fontanes &#8220;Wanderungen durch die Mark Brandenburg&#8221; gewann der Ort zudem an (reise)literarischer Bedeutung.</p>
<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11823-8.jpg" rel="lightbox[3032]"><img class="alignright size-medium wp-image-3039" style="margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Kurt Tucholsky, &quot;Rheinsberg - ein Bilderbuch für Verliebte&quot;" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11823-8-300x225.jpg" alt="Kurt Tucholsky, &quot;Rheinsberg - ein Bilderbuch für Verliebte&quot;" width="300" height="225" /></a>Als Ziel eines Wochenendausflugs erscheint Rheinsberg in der gleichnamigen Erzählung von <a title="Kurt Tucholsky" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Tucholsky" target="_blank">Kurt Tucholsky</a>, die den Untertitel &#8220;ein Bilderbuch für Verliebte&#8221; trägt. 1912 erschienen, schlägt dieses Prosawerk einen ungewöhnlich leichten und heiteren Ton an, um die unbeschwerten Erlebnisse der beiden jungen Leute Claire und Wolfgang zu erzählen: Das unverheiratete Paar, das sich im Hotel als Ehepaar unter falschem Namen anmeldet, besichtigt das Schloss, rudert über den See, schaut sich Filme an (&#8220;Ein Kinematograph? Hier in Rheinsberg?&#8221;), geht spazieren, isst, trinkt, plaudert &#8211; und fährt am Ende wieder nach Berlin zurück: &#8220;In die große Stadt, in der es wieder Mühen für sie gab, graue Tage und sehnsüchtige Telefongespräche, verschwiegene Nachmittage, Arbeit und das ganze Glück ihrer großen Liebe.&#8221; Als ländliches Idyll bildet Rheinsberg den Gegenpol zur hektischen Großstadt.</p>
<p>Die banalen Vorkommnisse der Erzählung erhalten ihren Reiz durch die Sprache, vor allem durch Claires verspielte Ausdrucksweise: &#8220;Ihr Deutsch war ein wenig aus der Art geschlagen. Sie hatte sich da eine Sprache zurechtgemacht, die im Prinzip an das Idiom erinnerte, in dem kleine Kinder ihre ersten lautlichen Verbindungen mit der Außenwelt herzustellen suchen; sie wirbelte die Worte so lange herum, bis sie halb unkenntlich geworden waren, ließ hier ein &#8216;T&#8217; aus, fügte da ein &#8216;S&#8217; ein, vertauschte alle Artikel, und man wusste nie, ob es ihr beliebte, sich über die Unzulänglichkeit einer Phrase oder über die andern lustig zu machen.&#8221;</p>
<p>Die Geschichte Preußens wird von Tucholsky nur ironisch berührt. Claire formuliert die enttäuschte Erwartungshaltung, die möglicherweise auch der zeitgenössische Leser an die Erzählung hatte: &#8220;Warum ist hier nicht überall der zweite Friedrich? So wie er in Sanssouci überall ist. Auf jedem geharkten Weg, an jedem Boskett, hinter jeder Statue?&#8221; Nein, Geschichte erscheint hier nur noch in den anekdotenhaft verkürzten Schilderungen des Schlosskastellans; die Geschichte von Claire und Wolfgang ist ganz gelebte Gegenwart.</p>
<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11827-6.jpg" rel="lightbox[3032]"><img class="size-medium wp-image-3043 alignleft" style="margin-right: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Kurt Tucholsky" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11827-6-300x225.jpg" alt="Kurt Tucholsky" width="300" height="225" /></a>Die Heiterkeit des Werks wurde von Tucholsky selbst noch unterstrichen, indem er zur Absatzsteigerung des Buches in der von ihm eröffneten Bücherbar auf dem Kurfürstendamm zu jedem verkauften Exemplar ein Glas Schnaps ausschenkte. Das war 1912. Zwei Jahre später ist es mit der Heiterkeit vorbei. Zwar ziehen bei der Mobilmachung im August 1914 die deutschen Soldaten noch jubelnd in den Krieg (glaubte man doch, Weihnachten wieder zu Hause zu sein), doch schon bald stürzt das junge Jahrhundert in die erste große Katastrophe. Aus dieser historischen Perspektive betrachtet, erhält Tucholskys leichtfüßiges Prosawerk eine geradezu tragische Dimension.</p>
<p>2006 hat der <a title="Buchfunk" href="http://www.buchfunk.de/" target="_blank">Hörbuchverlag Buchfunk</a> die Erzählung &#8220;Rheinsberg&#8221; von dem Schauspieler Max Urlacher einsprechen lassen. Urlacher macht seine Sache gut: Die mitunter verspielte Albernheit Claires bringt er ohne Übertreibung zur Geltung, aber auch den manchmal etwas behäbigen Charakter Wolfgangs lässt er in der Stimme durchklingen. Alles in allem kommt  Urlachers variationsreiche Stimmgebung dem lebhaft-kecken Ton Tucholskys sehr entgegen. Allerdings habe ich an der Stelle etwas gezuckt, wo Urlacher den Namen des französischen Kunstmalers Pesne, der Schloss Rheinsberg ausgestaltet hat, wie P-e-s-n-e ausspricht.</p>
<p>Erhältlich ist das Hörbuch bei <a title="audible.de" href="http://www.audible.de/adde/store/product.jsp?BV_UseBVCookie=Yes&amp;productID=BK_PHON_000047DE" target="_blank">audible.de</a>.</p>
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		<title>Ehrgeiziges Lese- und Hörprojekt: &#8220;Ulysses&#8221; von James Joyce</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Oct 2010 08:46:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[James Joyce]]></category>
		<category><![CDATA[Ulysses]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt will ich's endlich packen: Ich will James Joyces Jahrhundertroman "Ulysses" im Original lesen! In einem Akt heroischer Selbstüberschätzung habe ich mit sechzehn Jahren den "Ulysses" in der Übersetzung von Hans Wollschläger gelesen. Später habe ich dann den Erzählungsband "Dubliners" und den Roman "A Portrait of the Artist as a Young Man" gelesen - aber leider wieder nur in Übersetzungen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_5384-1-2.jpg" rel="lightbox[2782]"><img class="alignright size-medium wp-image-2802" style="margin-bottom: 15px; margin-left: 15px;" title="James Joyce, &quot;Ulysses&quot;" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_5384-1-2-300x199.jpg" alt="James Joyce, &quot;Ulysses&quot;" width="300" height="199" /></a>Jetzt will ich&#8217;s endlich packen: Ich will James Joyces Jahrhundertroman &#8220;Ulysses&#8221; im Original lesen! In einem Akt heroischer Selbstüberschätzung habe ich mit sechzehn Jahren den &#8220;Ulysses&#8221; in der Übersetzung von Hans Wollschläger gelesen. Später habe ich dann den Erzählungsband &#8220;Dubliners&#8221; und den Roman &#8220;A Portrait of the Artist as a Young Man&#8221; gelesen &#8211; aber leider wieder nur in Übersetzungen.</p>
<p>Bewaffnet habe ich mich mit der englischen Studienausgabe des &#8220;Ulysses&#8221;, dem voluminösen Band &#8220;Ulysses Annotated&#8221; von Don Gifford und der kommentierten deutschen Sonderausgabe des &#8220;Ulysses&#8221;, die der Suhrkamp-Verlag 2004 zum hundertsten Bloomsday-Jubiläum (16. Juni 1904) herausgebracht hat. Außerdem habe ich mir über mein audible.de-Abo <a title="James Joyce, Ulysses" href="http://www.audible.de/adde/store/product.jsp?BV_UseBVCookie=Yes&amp;productID=BK_NAXO_000439DE" target="_blank">das ungekürzte Hörbuch</a>, gelesen von dem irischen Charakterschauspieler <a title="Jim Norton" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jim_Norton_%28actor%29" target="_blank">Jim Norton</a>, auf meinen iPod geladen.</p>
<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_5389-1.jpg" rel="lightbox[2782]"><img class="alignleft size-medium wp-image-2797" style="margin-bottom: 15px; margin-right: 15px;" title="James Joyce" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_5389-1-300x199.jpg" alt="James Joyce" width="300" height="199" /></a>Der Plan: Mit Hilfe des Anmerkungsbandes von Don Gifford will ich mir den Roman kapitelweise erarbeiten. Kenne ich einzelne englische Vokabeln nicht (und das werden auf Grund des immensen Wortschatzes von James Joyce wahrscheinlich sehr viele sein), werde ich die Wollschläger-Übersetzung zu Rate ziehen. Habe ich ein Kapitel durchgearbeitet, will ich mir sozusagen als Belohnung die Lesung von Jim Norton anhören.</p>
<p>Dieses Lese- und Hörprojekt wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Ich habe mir keinen bestimmten Termin gesetzt, aber es wäre schön, wenn ich meine Lektüre bis zum nächsten Bloomsday (16. Juni 2011) abschließen könnte.</p>
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		<title>Thomas Bernhards Erzählung &#8220;Wittgensteins Neffe&#8221; gelesen von Thomas Holtzmann</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Sep 2010 13:24:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Erzählung]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Bernhard]]></category>

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		<description><![CDATA[Hätte Thomas Bernhard auch nur dieses eine Büchlein geschrieben - man müsste ihn dennoch zu den ganz Großen der Erzählkunst rechnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_4781-1.jpg" rel="lightbox[2439]"><img class="alignright size-medium wp-image-2442" style="margin-left: 15px; margin-bottom: 15px;" title="Thomas Bernhard, Wittgensteins Neffe" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_4781-1-199x300.jpg" alt="Thomas Bernhard, Wittgensteins Neffe" width="199" height="300" /></a>Hätte Thomas Bernhard auch nur dieses eine Büchlein geschrieben &#8211; man müsste  ihn dennoch zu den ganz Großen der Erzählkunst rechnen. Die Erzählung &#8220;Wittgensteins Neffe&#8221;  kommt nicht im typischen &#8220;Bernhard-Sound&#8221; daher, sie hat nicht den  monomanisch um sich wiederholende Satzteile kreisenden Stil der meisten  anderen Prosawerke, auch wenn sie typische Bernhard-Themen enthält  (Krankheit, Wahnsinn, Musik, Österreich). In wunderschön ausbalancierten  Sätzen und mit viel Wärme wird hier von einer außergewöhnlichen  Freundschaft erzählt. Ein absolutes Glanzstück ist die Darstellung der  bizarren Umstände während der Verleihung des Grillparzer-Preises in der  Akademie der Wissenschaften!</p>
<p>Auf die große Lesekunst von Thomas Holtzmann bin ich bereits in meinen Besprechungen der Hörbücher <a title="Thomas Bernhard, Alte Meister" href="http://www.schmalhaus.com/2010/08/14/thomas-bernhards-roman-alte-meister-gelesen-von-thomas-holtzmann/" target="_blank">&#8220;Alte Meister&#8221;</a> und <a title="Thomas Bernhard, Holzfällen" href="http://www.schmalhaus.com/2010/06/11/thomas-bernhards-roman-holzfaellen-gelesen-von-thomas-holtzmann/" target="_blank">&#8220;Holzfällen&#8221;</a> eingegangen. Auch &#8220;Wittgensteins Neffe&#8221; wird von dem erfahrenen Schauspieler sprachlich fein nuanciert inszeniert.</p>
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		<title>Thomas Bernhards Roman &#8220;Alte Meister&#8221; gelesen von Thomas Holtzmann</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 18:07:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Bernhard]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem ich auf audible.de eine Rezension zu dem von Thomas Holtzmann gelesenen Bernhard-Roman "Holzfällen"  veröffentlicht hatte, bedankte sich die Redaktion mit einem Hörbuch-Gutschein, den ich sogleich für einen weiteren Roman von Thomas Bernhard eingelöst habe: "Alte Meister", erstmals erschienen 1985, gelesen ebenfalls von Thomas Holtzmann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_2576-4.jpg" rel="lightbox[1713]"><img class="alignright size-medium wp-image-1717" style="margin-left: 15px; margin-bottom: 15px;" title="Thomas Bernhard, Alte Meister" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_2576-4-199x300.jpg" alt="Thomas Bernhard, Alte Meister" width="199" height="300" /></a>Nachdem ich auf audible.de eine Rezension zu dem <a title="Thomas Bernhard, Holzfällen" href="http://www.schmalhaus.com/2010/06/11/thomas-bernhards-roman-holzfaellen-gelesen-von-thomas-holtzmann/" target="_blank">von Thomas Holtzmann gelesenen Bernhard-Roman &#8220;Holzfällen&#8221;</a> veröffentlicht hatte, bedankte sich die Redaktion mit einem Hörbuch-Gutschein, den ich sogleich für einen weiteren Roman von Thomas Bernhard eingelöst habe: &#8220;Alte Meister&#8221;, erstmals erschienen 1985, gelesen ebenfalls von Thomas Holtzmann.</p>
<p>Thomas Holtzmann ist Jahrgang 1927, und es ist vielleicht kein Zufall, dass er zum Zeitpunkt der Aufnahme des Hörbuchs etwa genauso alt ist wie die Hauptfigur des Romans, der zweiundachtzigjährige Musikphilosoph Reger. Doch diese Koinzidenz ist ein Segen für dieses Hörbuch. Holtzmanns Stimme ist nicht nur durch die <a title="Thomas Holtzmann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Holtzmann" target="_blank">langjährige Erfahrung als Theaterschauspieler</a> gereift, sie klingt auch &#8211; sofern dies akustischer Wahrnehmung zugänglich ist &#8211; altersweise. Und wie bei &#8220;Holzfällen&#8221; gelingt es dem Sprecher auf einzigartige Weise, Bernhards monoman-monologische Prosa in ihrer Musikalität erlebbar zu machen.</p>
<p>Worum geht es in &#8220;Alte Meister&#8221;? Der Musikkritiker Reger, der für die &#8220;Times&#8221;  über das Wiener Musikleben berichtet, besucht seit sechsunddreißig  Jahren regelmäßig den Bordone-Saal im Wiener Kunsthistorischen Museum,  um den &#8220;Weißbärtigen Mann&#8221;, ein Gemälde von Tintoretto, zu studieren. In verschachtelten Perspektiven werden die so radikalen wie abenteuerlichen Reflexionen Regers wiedergegeben. Der mit Reger befreundete Schriftsteller Atzbacher ist so eine Spiegelfigur, der Museumsaufseher Irrsigler eine andere.</p>
<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_2571-3.jpg" rel="lightbox[1713]"><img class="size-medium wp-image-1719 alignleft" style="margin-right: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Thomas Bernhard, Alte Meister (Erstauflage von 1985)" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/IMG_2571-3-300x199.jpg" alt="Thomas Bernhard, Alte Meister (Erstauflage von 1985)" width="300" height="199" /></a>Reger ist durch die wiederholte Beschäftigung mit den größten künstlerischen Schöpfungen zu der schmerzlichen Erkenntnis gelangt, dass es kein vollkommenes Kunstwerk gibt. In der Tat ist der Roman &#8220;Alte Meister&#8221; eine polemische Reflexion über die Kunst in ihren verschiedenen Gattungen &#8211; und zugleich eine gnadenlose Abrechnung mit einigen großen Künstlern. Die berühmten Schimpf- und Hasstiraden gegen Stifter, Bruckner und Heidegger sind stilistische Kabinettstücke, humoreske Polemiken, die in ihren grandios ungerechten und deshalb so treffenden Übertreibungen unerreicht sind. Sie bilden innerhalb des an Übertreibungen nicht gerade armen Gesamtwerks von Thomas Bernhard einen einsamen Gipfel. Hier eine Kostprobe: &#8220;Stifter ist ein Kitschmeister, sagte Reger. Auf einer xbeliebigen Seite Stifter ist so viel Kitsch, dass mehrere Generationen von poesiedurstigen Nonnen und Krankenschwestern damit befriedigt werden können, sagte er. Und tatsächlich ist ja auch Bruckner nur sentimental und kitschig, nichts als ein stupides, monumentales orchestrales Ohrenschmalz. [...] Hat Stifter die hohe Literatur auf die unverschämteste Weise total verkitscht, so hat Heidegger, der Schwarzwaldphilosoph Heidegger, die Philosophie verkitscht, Heidegger und Stifter haben jeder für sich, auf seine Weise, die Philosophie und die Literatur heillos verkitscht.&#8221;</p>
<p>Aber nicht nur mit Musik, Literatur und Philosophie geht Reger ins Gericht, gleichermaßen geißelt er das Toilettenwesen und die Kaffeehäuser in Wien (&#8220;Die Toilettenfrage und die Tischdeckenfrage sind in Wien nicht gelöst&#8221;), echauffiert sich über den österreichischen Provinzialismus (&#8220;Ein chaotischer Mist ist dieses heutige Österreich, dieser lächerliche Kleinstaat&#8221;) und philosophiert über den Österreicher an sich (&#8220;Der Österreicher ist immer ein gescheiterter Mensch&#8221;). Das alles ist über weite Strecken hochkomisch &#8211; nicht umsonst trägt das Buch den Untertitel &#8220;Komödie&#8221; &#8211; , doch Reger ist ein Verzweifelter, ein Mensch, der am Leben und an der Kunst leidet. Sein Welthass wird noch verstärkt durch den Tod seiner Frau: &#8220;Immer habe ich geglaubt, die Musik ist es, die mir alles bedeutet, manchmal ja auch, die Philosophie ist es, die hohe und die höchste und die allerhöchste Schriftstellerei, wie überhaupt, dass es ganz einfach die Kunst ist, aber alles das, die ganze Kunst, wie auch immer, ist nichts gegen diesen einen einzigen geliebten Menschen.&#8221;</p>
<p>Der Roman endet mit einer typischen Bernhard-Pointe: Ein ungewöhnlich sanft gestimmter Reger schlägt dem Freund Atzbacher vor, in eine Burgtheater-Vorstellung von Kleists &#8220;Zerbrochenem Krug&#8221; zu gehen. Tatsächlich besuchen beide das Theater, und der letzte Satz des Romans lautet natürlich: &#8220;Die Vorstellung war entsetzlich.&#8217;&#8221;</p>
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		<title>&#8220;Lenore fuhr ums Morgenrot&#8221; &#8211; Reiner Unglaub liest deutsche Balladen</title>
		<link>http://www.schmalhaus.com/2010/07/21/lenore-fuhr-ums-morgenrot-reiner-unglaub-liest-deutsche-balladen/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 10:04:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Ballade]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Schüler glauben, dass Balladen erfunden wurden, um Deutschlehrern wirksame Folterinstrumente an die Hand zu geben. Wem das Lesen (vom Memorieren will ich gar nicht reden) unzähliger Strophen zu anstrengend ist, kann sich auch einfach zurücklehnen und hörend genießen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11806-11.jpg" rel="lightbox[1619]"><img class="alignleft size-medium wp-image-1623" style="margin-right: 15px; margin-bottom: 15px;" title="Gottfried August Bürger, &quot;Lenore&quot;" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11806-11-300x225.jpg" alt="Gottfried August Bürger, &quot;Lenore&quot;" width="300" height="225" /></a>Viele Schüler glauben, dass Balladen erfunden wurden, um Deutschlehrern wirksame Folterinstrumente an die Hand zu geben. Wem das Lesen (vom Memorieren will ich gar nicht reden) unzähliger Strophen zu anstrengend ist, kann sich auch einfach zurücklehnen und hörend genießen.</p>
<p>Die Ballade lebt vom gesprochenen Vortrag, als literarische Gattung ist sie daher prädestiniert fürs Hörbuch. Es gibt inzwischen sehr viele Hörbücher mit deutschen Balladen, doch selten werden sie so exzellent vorgetragen wie in der Aufnahme aus dem Jahr 2004 mit dem Sprecher und Sprecherzieher Reiner Unglaub. Der vollständige Titel der Sammlung lautet &#8220;Lenore fuhr ums Morgenrot. Deutsche Balladen des 18. und 19. Jahrhunderts&#8221; und ist <a title="Lenore fuhr ums Morgenrot. Deutsche Balladen des 18. und 19. Jahrhunderts" href="http://www.audible.de/adde/store/product.jsp?BV_UseBVCookie=Yes&amp;productID=BK_MARB_000105DE" target="_blank">bei audible.de erhältlich</a>.</p>
<p>Die knapp dreistündige Lesung umfasst folgende Balladen:</p>
<ul>
<li>Johann Heinrich Voss: <em>Die Spinnerin</em></li>
<li>Gottlieb Konrad Pfeffel: <em>Die Aufklärung</em></li>
<li>Gottfried August Bürger: <em>Lenore</em>, <em>Des Pfarrers Tochter von  Taubenhain</em>, <em>Die Schatzgräber</em>, <em>Das Lied vom braven Mann</em></li>
<li>Johann Gottfried Herder: <em>Edward</em></li>
<li>Johann Wolfgang von Goethe: <em>Heidenröslein</em>, <em>Der König in Thule</em>,  <em>Das Veilchen</em>, <em>Hochzeitlied</em>, <em>Der Gott und die Bajadere</em>, <em>Der  Zauberlehrling</em>, <em>Der Schatzgräber</em>, <em>Erlkönig</em>, <em>Der Fischer</em></li>
<li>Friedrich von Schiller: <em>Der Ring des Polykrates</em>, <em>Das  verschleierte Bild zu Sais</em>, <em>Die Bürgschaft</em>, <em>Der Handschuh</em>, <em>Die Kraniche  des Ibykus</em>, <em>Der Taucher</em></li>
<li>Friedrich Hebbel: <em>Der Heideknabe</em></li>
<li>Clemens von Brentano: <em>Die Lore Lay</em></li>
<li>Ludwig Uhland: <em>Graf Eberstein</em>, <em>Des Sängers Fluch</em></li>
<li>Wilhelm Müller: <em>Die dürre Linde</em></li>
<li>Friedrich Rückert: <em>Vom Büblein, das überall mitgenommen werden  wollte</em></li>
<li>August Graf von Platen: <em>Luca Signorelli</em></li>
<li>Gustav Schwab: <em>Das Gewitter</em></li>
<li>Annette von Droste-Hülshoff: <em>Der Knabe im Moor</em></li>
<li>August Kopisch: <em>Die Heinzelmännchen</em></li>
<li>Karl Simrock: <em>Der Rattenfänger</em></li>
<li>Eduard Mörike: <em>Die Geister am Mummelsee</em>, <em>Schön Rohtraut</em>, <em>Der  Feuerreiter</em></li>
<li>Heinrich Heine: <em>Die Weber</em>, <em>Die Grenadiere</em>, <em>Ich weiß nicht, was  soll es bedeuten</em>, <em>Die Wallfahrt nach Kevlaar</em>, <em>Der Schelm von Bergen</em></li>
<li>Conrad Ferdinand Meyer: <em>Die Füße im Feuer</em></li>
<li>Theodor Storm: <em>Weihnachtsabend</em>, <em>In Bulemanns Haus</em></li>
<li>Theodor Fontane: <em>Die Brück am Tay</em>, <em>John Maynard</em>, <em>Herr von  Ribbeck auf Ribbeck im Havelland</em></li>
</ul>
<p>Die getroffene Auswahl enthält sicherlich all das, was man gemeinhin zum balladengeschichtlichen Kanon zählt. Gleichwohl lässt sich über einzelne Gedichte streiten. Voss&#8217; <em>Die Spinnerin</em> hätte man nicht unbedingt aus der verdienten Vergessenheit ziehen müssen, und Pfeffels <em>Die Aufklärung</em> fällt doch eher in die Gattung des Lehrgedichts. Stattdessen hätte man vielleicht noch die eine oder andere Ballade von Eichendorff, Meyer oder Fontane hinzufügen können.</p>
<p>Reiner Unglaub ist von Geburt an blind und hat in der ehemaligen DDR Sprechwissenschaften, Germanistik und Theologie studiert. Trotz seiner Behinderung hat er sich in die erste Liga der deutschen Profisprecher emporgearbeitet. 2007 erhielt er den Deutschen Vorlesepreis in der Kategorie Profi-Vorleser, mit dem im Jahr zuvor Christian Brückner geehrt worden war. Unglaub trägt die Balladen mit warmer Stimme, aber ohne überflüssiges Pathos vor. In den dialogischen Passagen weiß er seine Stimme geschickt zu modulieren, um die verschiedenen Sprecher im Gedicht zu charakterisieren. Immer findet er die richtige Mischung aus Sprechgeschwindigkeit, Tonfall und Lautstärke, um die für Balladen so typischen Momente des Dramatischen, des Schaurigen oder auch der Rührung glaubhaft zu interpretieren.</p>
<p>Wer sein im Deutschunterricht erlittenes Balladentrauma überwinden möchte, hat hier die beste Gelegenheit dazu.</p>
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		<title>Thomas Bernhards Roman &#8220;Holzfällen&#8221; gelesen von Thomas Holtzmann</title>
		<link>http://www.schmalhaus.com/2010/06/11/thomas-bernhards-roman-holzfaellen-gelesen-von-thomas-holtzmann/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 14:40:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Bernhard]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Literatur darf in diesem Blog nicht zu kurz kommen, weshalb ich heute nach langer Zeit einmal wieder ein Hörbuch vorstellen möchte: Thomas Holtzmann liest Thomas Bernhards Roman "Holzfällen".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11477-2.jpg" rel="lightbox[979]"><img class="alignright size-medium wp-image-981" style="margin: 0pt 0pt 10px 10px;" title="Thomas Bernhard, Holzfällen" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11477-2-300x225.jpg" alt="Thomas Bernhard, Holzfällen" width="300" height="225" /></a>Thomas Bernhards bevorzugte Redeform war der Monolog. Viele seiner Romane sind Großmonologe, und die Theaterstücke werden vom monologischen Sprechen oftmals einer einzigen Figur beherrscht. Auch die künstlerische Abendgesellschaft in dem <a title="Thomas Bernhard, Holzfällen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Holzf%C3%A4llen" target="_blank">Skandalroman</a> &#8220;Holzfällen. Eine Erregung&#8221; von 1984 wird aus der Perspektive eines Ich-Erzählers dargestellt, der sich in einen Ohrensessel zurückgezogen hat und aus dieser geschützten und fast unbemerkten Position den Leser an den Vorgängen und an der Vorgeschichte teilhaben lässt.</p>
<p>Wie so oft bei Bernhard ist die äußere Handlung ereignisarm und lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen: Das Wiener Ehepaar Auersberger hat Freunde und Bekannte zu einem &#8220;künstlerischen Abendessen&#8221; eingeladen. Obwohl der Ich-Erzähler die Auersbergers und ihr Umfeld verabscheut, hat er in einem unbesonnenen Moment die Einladung angenommen. Die Abendgesellschaft wartet auf einen bekannten Burgschauspieler, der nach einer Vorstellung von Henrik Ibsens &#8220;Wildente&#8221; im Hause Auerberger eintreffen soll. Die Ankunft des Schauspielers verzögert sich jedoch, zudem wird der Abend durch den Selbstmord einer gemeinsamen Freundin der Auersbergers und des Ich-Erzählers überschattet, die am Nachmittag beerdigt wurde. Als schließlich der Burgschauspieler zu vorgerückter Stunde erscheint, sind er, Gastgeber und Gäste betrunken, lediglich der Ich-Erzähler hat seinen stillen Beobachtungsposten im Ohrensessel nicht verlassen. Nach einem heftigen Gefühlsausbruch des Schauspielers (&#8220;Wald, Hochwald, Holzfällen, das ist es immer gewesen&#8221;) löst sich die Gesellschaft auf.</p>
<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11476-1.jpg" rel="lightbox[979]"><img class="alignleft size-medium wp-image-986" style="margin: 0 10px 10px 0;" title="Thomas Bernhard, Holzfällen" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11476-1-300x225.jpg" alt="Thomas Bernhard, Holzfällen" width="300" height="225" /></a>Der Inhalt ist nichts ohne die sprachliche Form, und fast könnte man sagen, dass die Sprache die Hauptdarstellerin bei Bernhard ist. In sich stets wiederholenden Motiven und Satzelementen kreisen die Gedanken des Erzählers immer wieder um den Hass, den er für die versammelte Gesellschaft empfindet. In schonungsloser Brutalität reflektiert er die prätentiösen Selbstdarstellungen der anwesenden Personen und entlarvt deren Lebenslügen. Zum Monolog gesellt sich als weiteres Stilmittel die verabsolutierte, keine Einschränkungen zulassende Hyperbel, die Bernhard zu seinem literarischen Markenzeichen entwickelt hat.</p>
<p>Auf den 321 Seiten des Romans gibt es keine Gliederung in Kapitel, geschweige denn in Textabsätze. Lediglich die wiederkehrenden stereotypen Formeln &#8220;dachte ich&#8221; oder &#8220;dachte ich auf dem Ohrensessel&#8221; rhythmisieren diesen riesigen Prosablock und erinnern den Leser an die Erzählsituation. Eine solche monologische, ja manische Prosa vorzutragen, ist selbst für einen erfahrenen Sprecher oder Schauspieler keine einfach zu lösende Aufgabe.</p>
<p><a href="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11479-1.jpg" rel="lightbox[979]"><img class="alignright size-medium wp-image-996" style="margin: 0pt 0pt 10px 10px;" title="Thomas Bernhard, Holzfällen" src="http://www.schmalhaus.com/wp-content/uploads/SDC11479-1-300x225.jpg" alt="Thomas Bernhard, Holzfällen" width="300" height="225" /></a>&#8220;Der Hörverlag&#8221; hat dieses Wagnis auf sich genommen und den über achtzigjährigen, bühnenerfahrenen Schauspieler <a title="Thomas Holtzmann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Holtzmann" target="_blank">Thomas Holtzmann</a> mit diesem gewaltigen Leseprojekt betraut. Holtzmann gelingt es auf zauberhafte Weise, Bernhards gigantischen Monolog für den Hörer erlebbar zu machen. Die Klangfarbe von Holtzmanns Stimme verrät das Alter, aber dieses brüchige Timbre kommt Bernhards Prosa sehr entgegen; es wäre wahrscheinlich eine nicht zu ertragende Tortur, wenn dieser Text durchgängig in einem festen, deklamatorischen Ton vorgetragen würde. Aber auch die urkomischen Passagen des Romans, die sich den satirisch-sarkastischen Übertreibungen verdanken, werden von Holtzmann mit einem belustigten Lächeln auf den Lippen sprecherisch inszeniert. Alles in allem ist dieses Hörbuch eine beeindruckende Leistung eines &#8211; man darf es wohl sagen &#8211; betagten Schauspielers!</p>
<p>Das Hörbuch ist bei <a title="audible.de" href="http://www.audible.de/adde/store/product.jsp?BV_UseBVCookie=Yes&amp;productID=BK_HOER_000536DE" target="_blank">audible.de</a> erhältlich.</p>
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		<title>Kleists &#8220;Michael Kohlhaas&#8221; gelesen von Ulrich Matthes</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 17:33:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Schmalhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Kleist]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für ein Hörbuch-Erlebnis: Ulrich Matthes liest Heinrich von Kleists Erzählung "Michael Kohlhaas"!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kafka liebte es bekanntlich, &#8220;Michael Kohlhaas&#8221; vor Zuhörern vorzulesen. Und tatsächlich entfaltet sich der musikalische Zauber der Kleistschen Prosa erst beim lauten Lesen. Die von vielen (stillen) Lesern als abschreckend empfundene Kompliziertheit des Kleistschen Satzbaus verschwindet, wenn die syntaktischen Strukturen durch angemessene Betonung, Satzmelodie und Sprechgewschwindigkeit zum Leben erweckt werden. Genau dieses Kunststück gelingt Ulrich Matthes mit seinem ruhigen, sensiblen Vortrag. Mit feinsten stimmlichen Abstufungen schafft er es, erzählerischen Bericht und wörtliche Rede der handelnden Personen voneinander abzugrenzen. Matthes&#8217; Timbre und Sprechrhythmus schmiegen sich gewissermaßen den erzählten Begebenheiten an. Als Beispiel sei hier nur auf die Stelle verwiesen, wo Kohlhaas sich bei seiner Frau nach dem Befinden des geschundenen Knechts Herse erkundigt und fragt, ob dieser schon wieder hergestellt sei: &#8220;Bis auf das Blutspeien, antwortete sie, halb und halb.&#8221; Unnachahmlich und absolut hörenswert, wie Ulrich Matthes diesen Satz mit zarter Ironie spricht!</p>
<p>Wer das Hörbuch direkt auf den iPod herunterladen möchte, kann die Datei bei <a title="audible.de" href="http://www.audible.de/adde/store/product.jsp?BV_UseBVCookie=Yes&amp;productID=BK_ARGO_000239DE" target="_blank">audible.de</a> für 9,95 EUR kaufen.</p>
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